Hinweise zur Auswahl und Verlegung von nichttextilen Bodenbelägen

Zur Gruppe der nichttextilen Bodenbeläge gehören Kunststoff-, Gummi-, Korkbeläge, Linoleum sowie Holzfußböden, keramische Fliesen und Naturstein. Neben der Behaglichkeit und Funktionalität sollten auch gesundheitliche und ökologische Unbedenklichkeit die Kaufentscheidung mitbestimmen.

Nach dem heutigen Erkenntnisstand können folgende Produkte als gesundheitlich unbedenklich eingestuft werden:

  • Linoleum-Beläge
  • Polyolefin-Bodenbeläge (Polyethylen-PE, Polypropylen-PP)
  • Massive Holzbeläge (Dielen, Parkett)
  • Fliesen (Ziegeltonfliesen, Klinker, Cottofliesen)
  • Naturstein (Marmor, Kalkstein, Travertin).

Flexible Bodenbeläge

Linoleum - Beläge

Linoleum ist der Klassiker unter den nichttextilen Bodenbelägen. Bei den Inhaltsstoffen handelt es sich um Leinöl, Naturharze, Kork-, Holz- und Kreidemehl. Der Rücken des Linoleumbelages besteht aus der Pflanzenfaser Jute. Linoleum ist nicht für Feuchträume geeignet, kann aber feucht gewischt werden. Es ist pflegeleicht, langlebig und eignet sich auch für stark beanspruchte Böden. In Keller- oder Werkräumen sollte aber Linoleum mit einer Kunstharzbeschichtung verwendet werden (möglichst Polyacrylat). Bei der Verlegung sollte ausreichend abgelagerte Ware verwendet werden, da es sonst in der ersten Zeit zu Geruchsbelästigungen kommen kann. Es muß immer vollflächig verklebt werden. Fugenränder sind zu verschweißen. Die Verlegung sollte von einem Fachmann durchgeführt werden.

Kunststoffbeläge

Sie sind sehr strapazierfähig, langlebig und leicht zu pflegen. Sie sind wasserdicht und eignen sich besonders für Feuchträume.

Der wichtigste Kunststoff war bisher das umstrittene PVC. Die darin enthaltenen Restmonomeren des Vinylchlorid und Weichmacher sind krebserregende Stoffe, die bei der Nutzung über Jahre ausgasen können. Als umweltverträgliche Alternative bieten sich Beläge aus Polyolefinen (PP, PE) an. Sie geben nur in sehr geringen Mengen flüchtige Verbindungen ab und lassen sich leicht verlegen. Im Gegensatz zu Linoleum können Beläge aus Poylolefinen in Räumen bis 20 m² lose verlegt werden. In Räumen mit Fußbodenheizung sind die Beläge vollflächig zu verkleben.

Gummibodenbeläge

Gummi- oder Kautschukbeläge sind aufgrund ihrer Robustheit und Trittschalldämmung für bestimmte Wohnbereiche wie Treppe, Flur, Küche oder Hobbyraum gut geeignet. Frostsichere Beläge eignen sich auch für Terrassen und Balkone. Nachteilig gegenüber anderen glatten und flexiblen Belägen ist die Tatsache, daß sie nur einfarbig erhältlich sind und ganzflächig verklebt werden müssen. Sie sind grundsätzlich nicht für fußbodengeheizte Räume geeignet. Aus gesundheitlicher Sicht sind sie nicht unbedenklich. Beläge aus Naturkautschuk enthalten allergieauslösende Stoffe und bei Synthesekautschuk können organische Substanzen (Styrol) ausgasen.

Korkböden

Kork bietet nicht nur gute Gebrauchseigenschaften wie Schall- und Wärmedämmung, es handelt sich auch um einen umweltschonenden und nachwachsenden Rohstoff aus der Rinde der Korkeiche. Bei der Produktion von Korkbelägen werden aber oft synthetische Bindemittel verwendet, die später ausgasen können. Schadstoffquellen können auch Kleber sein, da Korkböden ganzflächig verklebt werden müssen. Als Kleber sollten deshalb nur löungsmittelfreie Korkkleber verwendet werden. Vor dem Kauf von Korkbelägen sollte man sich über die Qualitätskriterien informieren (Hersteller oder Fachhändler).

Allgemeine Verlegehinweise

  • Voraussetzung für eine exakte Verlegung ist ein sauberer, trockener, ebener und glatter Untergrund, der durch das Entfernen von Verunreinigungen und das Ausgleichen von Unebenheiten ggf. vorbehandelt werden muss.
  • Ermittlung des Materialbedarfs anhand einer maßstäblichen Grundrisszeichnung, wobei alle Winkel, Nischen und Vorsprünge zu beachten sind (10 % Verschnitt einrechnen).
  • Die Verlegerichtung bestimmt die optische Wirkung des Belages.
  • Der Belag sollte vor der Verlegung ausgelegt und 1 - 2 Tage dem Raumklima angepasst werden.
  • Beim Verkleben von Belägen sollte man die Hinweise in den Technischen Merkblättern der Hersteller beachten. (Richtige Auswahl des Klebstoffes).
  • Es sollten lösemittelfreie Dispersionsklebstoffe verwendet werden, z.B. mit der Kennzeichnung EMICODE EC 1 (sehr emissionsarm) oder Blauer Engel - weil emissionsarm.
  • Die Verarbeitungshinweise des Herstellers, auch hinsichtlich der Raumtemperaturen sind zu beachten, um Schäden zu vermeiden.

Lose Verlegung

  • Empfehlenswert bei Räumen bis 20 m² Fläche
  • Nur bei Bahnbreiten, die der Breite des Raumes entsprechen, anwenden
  • Befestigung an den Rändern und im Türbereich mit doppelseitigem Klebeband
  • Keine zusätzliche Gesundheits- und Umweltbelastung durch Ausdünsten von Klebstoff
  • Leichte Entfernung ohne Rückstände

Verkleben

  • Kleber entsprechend Bahn- oder Fliesengröße des Belages aufbringen
  • Belag in Klebebett einlegen und andrücken
  • Auf saugfähigen Untergrund achten, da Feuchte aus dem Kleber nicht vom Belag aufgenommen wird
  • Aufbringen des Klebers mit einem Zahnspachtel
  • Belag mit einem Reibholz anreiben
  • Zusätzliche Belastung für Gesundheit und Umwelt durch Verdunsten von Lösungsmitteln
  • Entfernung nur durch Zerstörung des Belages möglich

Fixieren

  • Die Verlegung erfolgt wie beim Verkleben unter Verwendung von wasserlöslichen Klebern mit geringer Haftung
  • Im allgemeinen ist eine leichte Entfernung der Beläge ohne Rückstände möglich

Holzfußböden

Holzfußböden gibt es in einer Vielzahl von Ausführungen als Parkett, Holzdielen und Holzpflaster. Holz ist als einheimischer Rohstoff ebenfalls eine umweltschonende Variante für einen Bodenbelag. Grundsätzlich sind Holzfußböden für alle Räume mit Ausnahme von Feuchträumen geeignet. Sie sind bei richtiger Auswahl und Pflege sehr langlebig. Nicht in diese Gruppe gehören Laminatböden. Deren Oberfläche ist eine mit Kunstharz versiegelte Dekorschicht aus Papier, die Holz imitiert.


Hinweise zur Verarbeitung

Die Auswahl des Holzbodens bestimmt, welche Verlegetechnik möglich ist. Bei einer vorhandenen Fußbodenheizung ist nur Verkleben möglich. Die Oberflächenbehandlung ist entscheidend für den optischen Eindruck und die Strapazierfähigkeit des Holzfußbodens. Grundsätzlich gilt, daß eine Beschichtung um so haltbarer ist, je dichter und härter sie ist. Eine ökologische und gesunde Variante ist die Behandlung mit natürlichen Ölen und Wachsen. Unter Beachtung gesundheitlicher Belange bei der Oberflächenbehandlung und der Wahl der Kleber werden Holzfußböden von der Verbraucherzentrale als gesunde Bodenbeläge empfohlen.

Fliesen- und Natursteinböden

Fußböden aus Keramikfliesen oder Naturstein sind langlebige, strapazierfähige und besonders für Feuchträume geeignete Beläge. Sie sind auch für Fußbodenheizungen und verschmutzungsgefährdete Bereiche, wie Flure und Treppen, geeignet. Nachteilig wirkt sich die geringe Trittschalldämmung aus. Nach dem Verlegen sind von Stein- und Keramikböden praktisch keine nennenswerten Schadstoffemissionen zu erwarten.


Hinweise zur Verarbeitung

Die richtige Verlegung erfordert eine gründliche Vorbereitung und handwerkliches Geschick. So ist schon beim Einkauf auf die richtige Eignung und Menge zu achten. Besonders wichtig ist eine gute Vorbereitung des Untergrundes. Die richtige Auswahl des Verlegeverfahrens, des Klebers, des Fugenmörtels und die zum Verlegen notwendigen Werkzeuge sind Grundvoraussetzungen für das Gelingen der Arbeiten.

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