Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der sich äußerst vielseitig sowohl im Innen- als auch im Außenbereich als Baumaterial einsetzen lässt. Holz kann sehr langlebig sein, muss aber durch geeignete Schutz- und Pflegemaßnahmen gegen schädliche Umwelteinflüsse wie Regen und Austrocknung, UV-Strahlung, Pilz- und Schädlingsbefall sowie gegen chemische Belastungen geschützt werden. Ein sinnvoller Holzschutz beginnt bei der Auswahl des zu verwendenden Holzes, beinhaltet baulich-konstruktive Maßnahmen und umfasst auch die Verwendung chemischer Holzschutzmittel.
Holzschutzmaßnahmen sind so alt wie die Holzverwendung selbst. Besonders bemerkenswert ist die sehr frühe Kenntnis über die Bedeutung von Konstruktion und Holzeigenschaften für die Standzeit von Holz. Dabei sollten folgende Aspekte beachtet werden:
Ist der bauliche Holzschutz nicht ausreichend, ermöglichen chemische Holzschutzmittel, richtig angewandt, den Einsatz von nicht dauerhaften Holzarten auch in Extrembereichen. Chemische Holzschutzmittel sollen mit ihren Wirkstoffen vor allem mögliche Holzschädlinge wie Pilze oder Insekten abtöten. Im Wohnbereich ist eine vorbeugende Verwendung von chemischen Holzschutzmitteln nicht erforderlich.
Für statisch beanspruchte Bauteile wird der vorbeugende chemische Holzschutz in der DIN 68800 geregelt. Im öffentlichen Bau dürfen in diesen Fällen nur amtlich geprüfte und zugelassene Holzschutzmittel verwendet werden.
Holzschutzmittel für tragende und/oder aussteifende Bauteile
Chemische Holzschutzmittel lassen sich in drei Kategorien einteilen:
Wasserlösliche Holzschutzsalze enthalten Chrom-, Fluor-, Kupfer-, Arsen- oder Borverbindungen. Besondere Vorsicht ist dabei im Umgang mit chrom- und fluorhaltigen Mitteln geboten. Nur bei den reinen borhaltigen Präparaten besteht eine relativ geringe Gesundheitsgefährdung.
Eine weitaus stärkere Gefährdung geht von den öligen Holzschutzmitteln aus. Sie enthalten 60-90% Lösungsmittel, vorwiegend Aromaten und Testbenzin, sowie biozide Wirkstoffe (Fungizide, Insektizide). Diese Wirkstoffe sind gefährlich, weil sie sich als chemisch stabile Verbindungen in der Umwelt anreichern. Auch Jahre nach dem Einsatz können sie noch Gesundheitsschäden hervorrufen.
Daneben gibt es noch die Gruppe der Steinkohlenteeröldestillate, sogenannte Teeröle.
| Schutzart | Eindringtiefe ins Holz | Auftragverfahren (Beispiele) |
| Oberflächenschutz | kein Eindringen (<1mm) | Streichen, Spritzen |
| Randschutz | wenige Millimeter | Tränken, Fluten |
| Tiefschutz | mehrere mm bis einige cm | Kesseldruckimprägnierung |
Für den Oberflächenschutz bietet der Handel sowohl reine Holzschutzmittel als auch Anstrichstoffe an, die Holzschutzmittel enthalten. Diese sollten generell nur für Außenanstriche verwendet werden, um Gesundheitsgefährdungen auszuschließen. Wachse und Öle dienen der Pflege des Holzes und bieten Schutz vor Schmutz, Staub, Kratzern und Flecken. Empfehlenswert sind natürliche Wachse (Bienenwachs) und Öle.
Der Rand- und Tiefenschutz von Holzbauteilen wird durch industrielle Verfahren erreicht. Viele Hölzer werden bereits imprägniert zum Verkauf angeboten.
Da es für Holzschutzmittel kein Zulassungsverfahren gibt, wird auch bei einigen der neueren Ersatzstoffe ein hohes gesundheitsschädigendes Potential vermutet.
Ein Heißluftverfahren zur Bekämpfung holzzerstörender Insekten trägt den Blauen Engel (RAL-UZ 57).
Wer trotz der vorhandenen Risiken nicht auf chemische Holzschutzmittel verzichten möchte, sollte auf jeden Fall nur auf geprüfte und amtlich zugelassene Mittel zurückgreifen, die folgende Prüfzeichen tragen:
Auszeichnung von im Handel erhältlichen Holzschutzmitteln
Auszeichnung von industriell imprägnierten Hölzern