Nach der Einführung neuer Baustoffe, dichter Fenster und Energiesparmaßnahmen kämpft man seit Jahren gegen den zunehmenden Wohnungsschimmel, da etwa die Hälfte aller modernen Wohnungen Probleme damit haben. Daraus resultierende Schäden und Krankheiten sind für Sachverständige, Produktanbieter und Labors ein lukrativer Geschäftszweig geworden. Beim Auftreten von Schimmelpilzen müssen daher nicht nur die Symptome, sondern auch die wirklichen Ursachen beseitigt werden.
Heute sind über 100.000 Schimmelpilzarten bekannt, über 100 können im Wohnbereich vorkommen. Sowohl lebende Schimmelpilze als auch ihre Zerfallsprodukte enthalten giftige Substanzen, die bei massivem Befall die Gesundheit angreifen.
Einige Arten können Allergien mit heuschnupfen-ähnlichen Symptomen und Asthma sowie Kopfschmerzen, Fieber, Haut- und Schleimhautreizungen auslösen. Stoffwechselprodukte der heranwachsenden Pilze können bei immungeschwächten Menschen Infektionskrankheiten verursachen.
Schimmelpilze treten bevorzugt bei feuchter Witterung im Frühjahr und Herbst auf. Feuchte Wände und hohe Luftfeuchtigkeit bei geringem Luftwechsel fördern sie, denn sie benötigen Wärme (>20°C), Feuchtigkeit (etwa ab 70 % rel. Luftfeuchte) und einen Nährboden aus organischen Stoffen wie Teppiche, Tapeten oder Holz. Beim Zersetzen dieser Materialien produzieren die Pilze Stoffwechselprodukte, die in die Luft ausgasen und den typisch muffigen Geruch ausmachen. Schimmelpilze bilden weiße oder farbige (grün, braun, schwarz) Überzüge auf Wänden und Einrichtungsgegenständen, sie sehen aus wie Watte oder Rasen. Meist fallen sie auf, wenn sie beginnen, sich zu verfärben. Sie bilden im Wachstum Samen (Sporen), die an die Luft abgegeben und wie Staub transportiert werden. Bei guten Bedingungen keimen diese und entwickeln neue Pilzgeflechte.
Quellen für Schimmelpilze und deren Sporen können auch Blumenerde, Hydrokulturen, Schnittblumen, Staub, Müllbehälter, Haustiere, Tierfutter u.ä. sein. Manchmal liegt die Quelle in der Umgebung der Wohnung wie: Mülltonnen, landwirtschaftliche Betriebe, Kompostanlagen.
Zu hohe Luftfeuchtigkeit ist neben vorhandenen Pilzsporen die Hauptursache der Schimmelbildung. Läßt sich die Feuchtigkeit nicht durch regelmäßiges Lüften und Heizen beseitigen (siehe auch "Richtig Lüften"), könnten Baumängel vorliegen. Dann kommt die Feuchtigkeit:
Die beste Vorsorge gegen Schimmelpilzbefall und Basis für eine dauerhafte Sanierung sind trockene Wände und Räume, deshalb:
Schimmel ist häufig mit bloßem Auge erkennbar, die Stärke steigt mit der Dunkelfärbung der Flecken. Wenn Schimmel (z.B. nach einem Wasserschaden) nicht deutlich erkennbar ist, aber gesundheitliche Beschwerden auftreten, sollte man zuerst selbst Untersuchungen anstellen.
Schimmel ist häufig mit bloßem Auge erkennbar, die Stärke steigt mit der Dunkelfärbung der Flecken. Wenn Schimmel (z.B. nach einem Wasserschaden) nicht deutlich erkennbar ist, aber gesundheitliche Beschwerden auftreten, sollte man zuerst selbst Untersuchungen anstellen.
Schimmel ist häufig mit bloßem Auge erkennbar, die Stärke steigt mit der Dunkelfärbung der Flecken. Wenn Schimmel (z.B. nach einem Wasserschaden) nicht deutlich erkennbar ist, aber gesundheitliche Beschwerden auftreten, sollte man zuerst selbst Untersuchungen anstellen.
Geringer Befall
Zuerst müssen die Ursachen erkannt und behoben werden, denn Schimmel wächst immer tiefer ins Mauerwerk. Das vollständige Entfernen des Pilzbefalls durch Abwischen, Absaugen und Abtöten soll erreicht werden.
Fungizide sind wirksam, aber keine Lösung des Problems, da sie nur die Symptome, nicht aber die Ursache bekämpfen. Mittel mit Chlorwirkstoffen sind hoch wirksam, aber werden von uns wegen möglicher Gesundheitsgefährdung bei der Anwendung nicht empfohlen.
Im Anfangsstadium kann man 5%igen Essig oder 5%ige Sodalösung (Apotheke) verwenden. Auch Salmiakgeist ist verwendbar. Im fortgeschritteneren Stadium sind alkoholhaltige Reinigungsmittel angebracht z.B. 70%-iger Isopropylalkohol, Brennspiritus oder eine Mischung aus 3 Teilen Salicylsäure und 97 Teilen 70%-igem Alkohol. Die Mittel werden mehrmals in Abständen von 30 Minuten aufgebracht. Danach ist gründlich mit klarem Wasser nachzureinigen und ausgiebig zu lüften.
Bei festen mineralischen Untergründen ist Abtöten durch Hitze (>50 °C) mit einer Lötlampe möglich (trocken, keinen Alkohol verwenden!).
Starker Befall
Bei starkem Befall ist in der Regel eine Erneuerung der befallenen Stellen erforderlich. Alte Verfugungen im Bad sind herauszuschneiden und zu erneuern. Holz wird entfernt, Tapeten werden mit Alkohol befeuchtet und abgezogen, Putz entfernt.
Ein Vorgehen gegen den Schimmelpilz ist erst nach vollständigem Austrocknen ratsam. Dabei ist darauf zu achten, dass beim Trocknen keine Luftverwirbelungen stattfinden. Die betreffenden Räume müssen abgedichtet werden, die Raumluft über spezielle Luftfilter abgesaugt werden, um die Pilzsporen zu entfernen. Die Reinigung aller Einrichtungsgegenstände darf nicht vergessen werden. Staubsaugen und wischen muß bei geöffnetem Fenster erfolgen. Zum persönlichen Schutz werden Gummihandschuhe getragen. In der Regel müssen alle befallenen Materialien entfernt werden.
Am besten überträgt man die Einschätzung des Befalls einem Sachverständigen und überläßt die Durchführung der Arbeiten zur Schimmelentfernung und -sanierung einem erfahrenen Fachbetrieb.
Bei Schimmelbefall sind von den sichtbaren Schäden Fotos anzufertigen. Es ist zu beweisen, dass ausreichend geheizt und gelüftet wurde. Auch die Gesundheitsgefährdung ist nachzuweisen. Es genügt nicht die bloße Möglichkeit, dass Sporen als Allergene wirken können.
Weiteren Rat geben Verbraucherzentralen, Mietervereine, Haus- und Grundbesitzervereine, Schiedsleute, öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige und Rechtsanwälte.