Teppiche und Teppichböden

Schadstoffe, Prüfsiegel und Kaufhinweise

Schadstoffe in Teppichen


Woher kommen sie?


  • aus der Behandlung der Fasern der Nutzschicht gegen statische Aufladung, Schmutz oder Motten
  • aus dem Kleber, mit dem die Nutzschicht auf einer Trägerschicht fixiert ist
  • aus der Rückenschicht der Teppiche (häufig bei Schaumrücken oder Latex)
  • aus dem Kleber der Verlegung


Welche Stoffe können das sein?


Hausstaub der Raumluft
Mottenschutzmittel (z.B. Pyrethroide) aromatische Kohlenwasserstoffe (z.B. Toluol)
Flammschutzmittel aliphatische Kohlenwasserstoffe (z.B. n-Hexan)
Weichmacher ungesättigte Kohlenwasserstoffe (z.B. Styrol)
Pestizide chlorierte Kohlenwasserstoffe
Desinfektionsmittel Terpene
Ester

Um möglichst gering belastete Produkte auszuwählen, können Gütesiegel oder eine Volldeklaration eine Hilfe sein.


Gütesiegel (Auswahl)


Die Vergabe erfolgt durch die Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden e.V. (GuT). Schadstoffe wie gesundheitsgefährdende Pestizide oder Formaldehyd dürfen nicht enthalten sein. Vinylchlorid und FCKWs dürfen nicht freigesetzt werden. Flüchtige organische Stoffe, Aromaten, Weichmacher und Pyrethroide sind innerhalb bestimmter Grenzwerte zulässig. Verbraucherorganisationen stufen dieses weit verbreitete Öko-Siegel im Schnitt als "eingeschränkt empfehlenswert" ein.

GuT-Signet (Teppichboden schadstoffgeprüft)


ETG-Teppich-Siegel


Das Siegel wird durch die Europäische Teppichgemeinschaft e.V. vergeben. Es gibt Auskunft über Eignung, Strapazierfähigkeit und Komfort der Teppiche. Da es nur mit dem GuT-Signet vergeben wird, ist die Einstufung der Schadstoffe ebenso "eingeschränkt empfehlenswert".


In neuer Darstellung und gleicher Bedeutung heißt das Teppichsiegel jetzt Certificate of Quality.


greenline - Zeichen
Dieses firmeneigene Zeichen steht für eine umfassende Qualitätsprüfung mit strengen Grenzwerten für Schadstoffe und eine Volldeklaration der Teppichböden. Verbraucherorganisationen stufen dieses Siegel als "empfehlenswert" ein. Diese Produkte gibt es beim Öko-Händler.


Wollsiegel
Dieses unabhängig vergebene Siegel zeigt nur die Herstellung aus reiner Schurwolle an. Ökologische oder gesundheitliche Kriterien werden nicht berücksichtigt. Diese Teppiche sind häufig mit Pyrethroiden gegen Schädlinge behandelt.


Verschiedene Prüfsiegel des TÜV

Diese TÜV-Siegel werden auf der Grundlage von Prüfstandards vergeben. Die Hersteller lassen ihr Produkt freiwillig auf schadstoffbezogene Grenzwerte kontrollieren. Die Siegel treten in der Praxis selten auf. Beispiele und Einschätzung von Verbraucherorganisationen:

TÜV-Umweltsiegel (empfehlenswert)



Auf Schadstoffe geprüft (geringerer Anspruch)



Soziale Siegel

Diese Siegel sagen nichts über die Qualität bzw. über die Prüfung auf Schadstoffe aus.

Rugmark
Das Zeichen weist darauf hin, daß diese Teppiche in Indien, Nepal und Pakistan ohne illegale Kinderarbeit hergestellt wurden. Die unabhängige Überprüfung erfolgt regelmäßig. Sie wird durch Hilfswerke unterstützt.



Care & Fair
Ähnliches Zeichen wie Rugmark, mit weniger strengen Auflagen bzw. Kontrollen.


Hinweise zum Einkauf


  • Informationen in Fachzeitschriften beachten
  • Anforderungen an den Belag hinsichtlich Funktionalität und Beanspruchung festlegen
  • Art der Verlegung bestimmen; möglichst klebefreie Variante wählen
  • Bodenbeläge mit textiler Unterschicht wählen (Risiko des Ausdünstens geringer)
  • Beratung beim Fachhändler in Anspruch nehmen
  • auf geprüfte Qualität achten
  • Kriterien für Gütesiegel sowie detaillierte und aktuelle Schadstoff- und Emissionszertifikate aushändigen lassen

Für Allergiker gilt besonders:


  • Nach den Inhaltsstoffen erkundigen, um die für Sie schädlichen Stoffe auszuschließen
  • Inhaltsstoffe vom Händler schriftlich bestätigen lassen
  • empfehlenswert sind kurzflorige Materialien, die sich gut absaugen lassen
  • Vermeiden Sie Kleber bei der Verlegung

Einzelne Teppichböden tragen bereits ein TÜV-Prüfzeichen, das die Eignung für Allergiker bescheinigen soll.

Reklamationen

Neue Teppichböden haben meist einen typischen Geruch, der bei gutem Lüften nach 3 - 4 Wochen verschwindet. Bei längerem deutlichen Geruch oder gar Kopfschmerzen sollten Sie die Ware reklamieren. Dabei hilft eine Nachfrage beim Teppichforschungsinstitut (TFI Aachen, Tel. 02 41/96 79 00, www.tfi-online.de).

© Umweltinstitut Leipzig e.V. Impressum

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