Ratschläge zum Verlegen von Teppichen und Teppichböden
Allgemeine Hinweise
Teppichböden zählen zu den am meisten verbreiteten Fußbodenbelägen. Beim Verlegen können Heimwerker gute Ergebnisse erreichen, da sich viele Teppichböden problemlos auf allen trockenen und ebenen Unterböden verlegen lassen. Nur das Verspannen und Verkleben sollten Fachbetriebe ausführen. Dies empfiehlt sich schon wegen evtl. späterer Gewährleistungsansprüche.
- Die Art der Verlegung richtet sich nach dem Material des Teppichbodens und dem Untergrund. Nicht jedes Material ist für alle Verlegearten und für jeden Kleber geeignet. Deshalb ist den Hinweisen des Herstellers unbedingt Folge zu leisten, um Schäden zu vermeiden.
- Speziell in Mietwohnungen sollte eine klebefreie Verlegetechnik bevorzugt werden, da diese eine einfache Entfernung des Belages ermöglicht.
- Voraussetzung für eine exakte Verlegung ist ein sauberer, trockener, ebener und glatter Untergrund.
- Alte Beläge, z.B. aus PVC oder Linoleum können als Untergrund verwendet werden, wenn sie glatt und unbeschädigt sind.
- Ermittlung des Materialbedarfs anhand einer maßstäblichen Grundrisszeichnung, unter Beachtung aller Winkel, Nischen, und Vorsprünge. In den Bedarf sollten ca. 10% Verschnitt mit eingerechnet werden.
- Die Verlegerichtung bestimmt die optische Wirkung des Belages.
- Bei eigenem Antransport des Teppichbodens ist unbedingt darauf zu achten, dass er nicht geknickt wird.
- Der Belag sollte vor der Verlegung ausgerollt werden und 1 - 2 Tage dem Raumklima angepasst werden.
Vorbehandlung des Untergrundes
- restlose Entfernung von Verunreinigungen
- Materialrückstände auf Estrichböden nicht durch Abschleifen entfernen (Asbestfasern).
- Verspachteln von Fugen, Rissen und Löchern
- Bei unebenen Fußböden besonders in Altbauten sollten die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen möglichst mit Trockenestrichplatten oder zementgebundenen Spanplatten durchgeführt werden.
- Möglichst keine Ausgleichs- oder Spachtelmassen verwenden. Sie enthalten eine Reihe problematischer Zusatzstoffe (Kunstharze, Härter, Lösemittel).
Klebefreie Verlegetechniken
Lose Verlegung
- Nicht für jede Rückenbeschichtung geeignet
- Empfehlenswert für Wohnräume mit normaler Beanspruchung, bis zu einer Raumgröße von ca. 20 m²
- Möglichst Materialien aus einem Stück verwenden
- Schwere Qualitäten liegen besser als leichte Materialien
- Bei Kokos- und Sisalbelägen gegebenenfalls vorhandene Bahnenränder vernähen
- Gesundheits- und umweltfreundlich, da keine zusätzlichen Ausdünstungen durch Kleber auftreten
- Leichte Entfernung ohne Rückstände
- Bei Bedarf kann eine Befestigung an den Rändern und im Türbereich mit doppelseitigem Klebeband, Klettband oder Verlegung auf einem Haftvlies erfolgen.
Verspannen
- Geeignet für gewebte oder getuftete Beläge mit Jute- oder Latexrücken
- Der Teppichboden wird gespannt und an den Rändern in Nagelleisten eingehakt, die an den Wänden bzw. auf dem Boden angebracht sind.
- Gute Trittschalldämmung
- Gesundheits- und umweltfreundlich, da keine zusätzlichen Ausdünstungen durch Kleber auftreten
- Leichte Entfernung ohne Rückstände.
Kleben von Teppichböden
Verkleben
- Geeignet bei großen Räumen, besonders beanspruchten Böden oder Fußbodenheizung
Kleber muss für den Teppichboden und den Untergrund geeignet sein (Herstellerangaben oder Verkäufer befragen)
- Verarbeitungshinweise des Herstellers auch hinsichtlich der Raumtemperaturen beachten
- Über Arbeits- und Gesundheitsschutzbestimmungen informieren (Technisches Merkblatt des Herstellers)
- Untergrund sollte Feuchtigkeit aus dem Klebstoff aufnehmen können
- Kleber nur entsprechend Bahn- oder Fliesengröße des Belages flächig aufbringen
- Teppichboden in Klebebett einlegen und andrücken
- Beim Verkleben muß auf eine gute Durchlüftung der Räume geachtet werden
- Entfernung nur durch Zerstörung des Belages möglich (Rückstände von Kleber und Belag verbleiben auf dem Untergrund).
Fixieren
- Verlegung wie beim Verkleben, unter Verwendung von wasserlöslichen Klebern mit geringerer Haftung
- Leichte Entfernung ohne Rückstände
Kleine Klebstoffkunde
Als Klebstoffe werden Kleber, Leime, Kleister und Bindemittel bezeichnet. Gesundheitsgefahren gehen vor allem von Lösungsmitteln aus, aber auch von einigen Grundstoffen (z.B. Epoxydharze, Polyurethane), Härtern, Weichmachern, Konservierungsmitteln oder anderen Zuschlagstoffen. Lösungsmittel für Klebstoffe bestehen vorwiegend aus Aromaten, vor allem Toluol. Gerade bei Bodenbelägen werden große Flächen verklebt, so dass es durch Ausgasungen zu hohen Innenraumkonzentrationen kommen kann.
Einen wesentlich niedrigeren Lösungsmittelanteil weisen die wasserlöslichen Dispersionsklebstoffe (z.B. Acrylatkleber) auf. Sie sind den stärker lösungsmittelhaltigen Kunstharzklebstoffen oder Kontaktklebern auf der Basis von synthetischem Kautschuk vorzuziehen. Neben den Kunststoffdispersionen gibt es auch Naturklebstoffe in Dispersionsform, die für viele Bodenbeläge eine empfehlenswerte Alternative sein können.
Genauere Informationen über die Zusammensetzung der Klebstoffe erhält man durch den EMICODE. Mit diesem Code werden Produkte nach einem Klassifizierungssystem der GEV (Gemeinschaft Emissionskontrollierter Verlegewerkstoffe e.V. Düsseldorf) eingestuft. EC1-Kleber sind "sehr emissionsarm", wobei sowohl leicht- als auch schwerflüchtige Substanzen berücksichtigt sind. Sie bieten derzeit die größtmögliche Sicherheit vor Raumluftbelastungen.
Im Fachhandel oder beim Hersteller können Technische Merkblätter zu den jeweiligen Klebern angefordert werden, die Auskunft über die genaue Zusammensetzung und die einzuhaltenden Sicherheitsbestimmungen geben.