Am 1.Januar 2003 tritt eine neue "Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trink-Wasserverordnung - TrinkwV 2001)" in Kraft. Wasser für den menschlichen Gebrauch muss danach frei von Krankheitserregern, genusstauglich und rein sein. Dieses Erfordernis gilt als erfüllt, wenn bei der Wassergewinnung, der Wasseraufbereitung und der Verteilung die allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden und das für den menschlichen Gebrauch bereitgestellte Wasser die zulässigen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung nicht überschreitet. Die Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH (KWL) versorgt die Region Leipzig mit Trinkwasser. Die Versorgung wird durch 6 unternehmenseigene Wasserwerke sowie die überregionale Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz gewährleistet. In der folgenden Tabelle werden von einigen ausgewählten Parametern die Grenzwerte der neuen TrinkwV 2001 den Jahresdurchschnittswerten 2001 des Leipziger Trinkwassers gegenübergestellt.
| Parameter | Einheit | Grenzwert nachTrinkwV | Messwert* |
| pH-Wert | 6,50 - 9,50 | 7,34 - 7,86 | |
| Gesamthärte | °dH | ohne | 5,7 - 21,6 |
| Leitfähigkeit | µS/cm | 2500 | 503 - 1022 |
| Ammonium | mg/l | 0,5 | <0,03 |
| Nitrit | mg/l | 0,51 | <0,03 |
| Nitrat | mg/l | 50,01 | <2,2 - 25,8 |
| Kupfer | mg/l | 2,0 | 0 - <0,05 |
| Blei | µg/l | 10,02 | <4,0 - <7,5 |
| Kadmium3 | µg/l | 5,0 | |
| Nickel3 | mg/l | 0,02 | |
| Chrom3 | mg/l | 0,05 |
* Angaben KWL - 09/2002
1Die Summe aus Nitratkonzentration in mg/l geteilt durch 50 und Nitritkonzentration in mg/l geteilt durch 3 darf nicht höher als 1 mg/l sein. Am Ausgang des Wasserwerkes darf der Wert von 0,1 mg/l für Nitrit nicht überschritten werden.
2Grenzwert vom 01.01.2003 - 30.11.2003 40,0 µg/lGrenzwert vom 01.12.2003 - 30.11.2013 25,0 µg/l
3Für Kadmium, Nickel und Chrom liegen uns keine Messwerte der KWL vor.
Ab Hausanschluss ist der Hauseigentümer für die Qualitätssicherung des Trinkwassers verantwortlich. Erhöhte Werte bei Blei, Kupfer, Zink, Kadmium (Begleitelement von Zink) und Eisen sind auf die in den Häusern vorhandenen Installationen zurückzuführen. Nickel gelangt vor allem beim Aufkochen in elektrischen Wasserkochern mit freiliegender Heizspirale ins Trinkwasser.
Nachfolgende Abbildungen zeigen, woran sich die Art der vorhandenen Hausinstallation erkennen lässt:
Bleileitungen
sind weich, in Rundungen verlegt,
wulstig verlötet und,
wenn nicht angestrichen,
grau gefärbt.
Kupferleitungen
Nichtgestrichene Kupferrohre haben den
typischen rotbraunen Farbton.
Rohre und Verbindungsstücke
werden zusammengesteckt und verlötet.
Eisenrohre
bzw. Stahlrohre sind verschraubt
und häufig verzinkt.
An den Verbindungsstellen sind
sie mit Werg abgedichtet.
Ein besonderes Gesundheitsrisiko stellen noch vorhandene Bleileitungen in unsanierten Altbauten dar, da bereits bei einer Belastung von 10 µg/l eine erhöhte Gefährdung von Schwangeren, Säuglingen und Kleinkindern besteht. Deshalb sollte zur Verringerung von Risiken das erste entnommene Wasser nach Stagnationsphasen nicht zum Verzehr bestimmt werden. Der pH-Wert ist ein Maß für den Säuregrad des Wassers und reicht von pH 1 (sehr sauer) über pH 7 (neutral) bis pH 14 (sehr alkalisch). Ein niedriger pH-Wert beschleunigt wegen der starken Korrosionswirkung den Übergang von Schwermetallen aus dem Rohrleitungsmaterial in das Trinkwasser, deshalb ist auch in der neuen Trinkwasserverordnung ein pH-Wert von 6,5 - 9,5 verbindlich vorgeschrieben.
Einen wichtigen Aspekt für die alltägliche Nutzung des Trinkwassers stellt dessen Wasserhärte dar. Das Problem ist allen bekannt: verkalkte Heizstäbe in Waschmaschinen, verkalkte Kaffeemaschinen und Boiler, lästige Kalkspuren auf Kacheln und Armaturen. Die Wasserhärte wird durch Calcium- und Magnesiumsalze verursacht. Zur Entfernung von Kalkablagerungen bietet der Handel zahlreiche Mittel an. In vielen Fällen können Kalkablagerungen mit Essig- oder Zitronensäure entfernt werden. Eine große Wasserhärte beeinträchtigt aber auch die Reinigungswirkung von Waschmitteln. Das Waschmittelgesetz sieht deshalb vier Härtebereiche vor. Erst ab dem Härtebereich 4 ist die Frage nach einer zusätzlichen Enthärtung berechtigt.
| Beurteilung | Gesamthärte | Härtebereich
auf Waschmittelverpackungen |
| weich | <7 °dH | 1 |
| mittelhart | 7 - 14 °dH | 2 |
| hart | 14 - 21 °dH | 3 |
| sehr hart | >21 °dH | 4 |
Das Umweltinstitut Leipzig e.V. bietet seit Jahren zu Fragen der Qualität des Leipziger Trinkwassers Beratungen und Wasserschnelltests an. Auch hier spiegelt sich die gute Qualität des Trinkwassers wider. Beeinträchtigungen der Trinkwasserqualität, verursacht durch Mängel im Bereich der Hausinstallation, sind seit 1999 stark rückläufig. Wer dennoch Zweifel hat, ob sein Trinkwasser den gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsparametern entspricht, kann sich an uns oder an einen der anderen Ansprechpartner wenden (siehe unter Termine).
Grenzwertüberschreitungen von Blei in Trinkwasser 1997-2002
(Analysen des UIL e.V.)

Selbst mit einfachen Maßnahmen lässt sich sowohl Trinkwasser sparen (und damit Wassergeld) als auch beim Warmwasser der Energieverbrauch reduzieren.
Wassersparen bei der Hygiene
Toilettenspülung
Wassersparen im Haushalt
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